Strategic

Communication Management

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Strategische Kommunikation in der Bundeswehr

Umsetzung des NATO-Konzepts zu Strategic Communications (StratCom) auf nationaler Ebene

 

Einführung

In den vergangenen Jahren ist innerhalb der NATO ein Konzept zu einer auf die Einsatzwirklichkeit des Bündnisses bezogenen, strategisch orientierten Kommunikation entstanden. Dieses Konzept zielt insbesondere auf den Einsatz strategisch auf die Erfüllung der jeweiligen Missionsziele gerichteter, koordinierter Kommunikationsaktivitäten des Bündnisses. Die Bündnispartner sind dabei gefordert, ihre eigene Kommunikation im Einsatz mit diesem Konzept zur Deckung zubringen.

Die Professur für Unternehmenskommunikation der Universität der Bundeswehr München untersucht im Forschungsprojekt "Umsetzung Strategische Kommunikation in der Bundeswehr", wie das Nato-Konzept zu Strategic Communications strukturell wie prozessual innerhalb der Bundeswehr so umgesetzt werden kann, damit dem Idealbild einer übergreifenden, ganzheitlichen und integrierten, strategischen Kommunikation - Strategic Communication - möglichst entsprochen werden kann.

 

Strategische Kommunikation

Kommunikation ist eines der Schlüsselelemente für den Erfolg von Organisationen. Damit kommt einem gezielten, d.h. geplanten Kommunikationsmanagement eine umfassende Bedeutung für erfolgreiches Organisationshandeln zu. Kommunikation besitzt somit grundsätzlich Bestandssicherungsrelevanz für Organisationen. Dies bedeutet, dass die aktive strategische Steuerung und Beeinflussung der die Gesamtorganisation betreffenden Kommunikationseinheiten ein strategischer Erfolgsfaktor des organisationalen Handelns ist. Kommunikation ist also als Element strategischer Führung von Organisationen zu begreifen. Dies gilt auch für die Organisation 'Bundeswehr'.

Im Sinne der modernen Organisationskommunikation müssen Organisationsführung und Kommunikationsmanagement Hand in Hand gehen und die Ansprüche der verschiedenen Gruppen außerhalb der Organisation in die Organisation integrieren, die für die Organisation relevanten Issues mit ihren Bezügen zu den Anspruchsgruppen erkennen und die Existenz der Organisation als fortlaufendes Krisengeschehen bewältigen. Zudem sind sämtliche kommunikativen Handlungen zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzuführen.

Der Konzeptansatz der NATO zu Strategic Communications (StratCom) zielt insbesondere auf den koordinierten Einsatz der Kommunikationsaktivitäten, die strategisch relevant für die Erfüllung der jeweiligen Missionsziele des Bündnisses sind. Die Bündnispartner sind dabei gefordert, ihre eigene Kommunikation im Einsatz mit dem Konzept der NATO zur Deckung zu bringen. Das Forschungsprojekt bezieht nun den aktuellen Forschungsstand der Kommunikationswissenschaften und die Perspektive der heutigen Praxis von Organisations- und Unternehmenskommunikation auf einerseits das Kommunikationsmanagement der Bundeswehr und andererseits den Konzeptansatz der NATO zu StratCom. Im Ergebnis wird hierdurch ein Beitrag zur Bestimmung einer abgestimmten nationalen Position zu 'Strategischer Kommunikation als Integrierter Kommunikation' geleistet.

Studiendesign

In einem ersten Schritt der Untersuchung wird zunächst die grundlegende Relevanz strategisch-integrierten Kommunikationsmanagements für die Bundeswehr dargelegt, um die durch die bisherige Praxis unter Umständen nicht realisierten Potentiale in ihrer Tragweite überhaupt erfassen und ermessen zu können. Hieran schließt sich eine aus der Managementperspektive von Organisationskommunikation betriebene, grundlegende Analyse des NATO-Konzeptansatzes zu StratCom an. Hier geht es insbesondere um die Frage, in welchem Maße der NATO-Ansatz dem Konzept strategisch-integrierter Organisationskommunikation folgt bzw. davon abweicht.

Hierauf aufbauend erfolgt eine analoge Untersuchung des Kommunikationsmanagements der Bundeswehr sowohl im Bereich der 'Informationsarbeit' als auch der 'Operativen Kommunikation' unter Berücksichtigung der derzeitigen Transformationsprozesse. Um die Vergleichbarkeit zur Analyse von NATO-StratCom zu gewährleisten, konzentriert sich diese Untersuchung auf die durch die Dokumentenhierarchie zur Bundeswehrkommunikation definierten Soll-Strukturen und Prozesse. Durch die gewählte Managementperspektive in der Analyse erfolgt auch hier eine Bewertung dieser Strukturen und Prozesse gegenüber einer aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht wünschenswerten Praxis.

In einem letzten Schritt werden die abgeschlossenen Analysen der vorangehenden Arbeitsphasen auf das gegenwärtige Kommunikationsmanagement der Bundeswehr in seinem spezifischen Spannungsfeld von Streitkräften, Politik und Gesellschaft in Form von Maßnahmenpaketen übertragen, um einen geeigneten Change Management-Prozess vorzubereiten. Bei diesen vorgeschlagenen Maßnahmen geht es vor allem um die Frage, welche Schnittstellen, an denen sich funktionale Verantwortungsbereiche abgrenzen und/oder überschneiden, an welcher Stelle definiert und welche Gremien und Funktionen auf allen notwendigen Ebenen etabliert werden sollten.

Die Fertigstellung des Gutachtens für das BMVg erfolgte zum 31.1.2014.

 

Dokumente

Projektüberblick zur Studie (PDF: 229 KB)

 

 

 

Team: Natascha Zowislo-Grünewald, Franz Beitzinger, Julian Hajduk, Jens Lemke, Sandra Muth, Thorsten Vellmerk

 

© 2017 Prof. Dr. Natascha Zowislo-Grünewald / Last modified Thu Nov 17 15:42:40 2016 GMT