Strategic

Communication Management

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Dialog mit multinationalen und nationalen Anspruchsgruppen

 

Gemäß Adam Smith, einem der Stammväter der modernen Ökonomie, entsteht allgemeines Wohl vermittelt durch das Wirken einer unsichtbaren Hand aus dem Streben der einzelnen Akteure nach Verwirklichung ihrer eigenen Interessen. Es ist nicht das Wohlwollen des Bäckers oder Metzgers, dem wir unser Brot oder Fleisch verdanken, sondern allein dessen eigenem Interesse, an uns zu verkaufen. Alle Akteure sind notwendig aufeinander bezogen; die Empathie der Menschen - gedacht als die Fähigkeit des Menschen, sich in andere hineinzudenken - ist Voraussetzung für die Transformation des Strebens aller nach partikulärem Wohl in ein allgemeines Wohl. Dieser Gedanke des ganzheitlichen Bezugs ökonomischer Handlungen ist zentral auch für das Konzept sogenannter Stakeholder beziehungsweise Anspruchsgruppen.

Ein Stakeholder einer Organisation ist eine Gruppe oder ein Individuum, die oder das von den Zielen dieser Organisation gleich in welcher Art betroffen ist oder aber das Erreichen der organisationalen Ziele positiv oder negativ beeinflussen kann. Insofern ist es aus Sicht einer jeden Organisation schon rein aus eigenem Interesse sinnvoll, die Wirkungen der eigenen Handlungen auf die Stakeholder - ob sie nun Bestandteile der Organisation oder Teil der Umwelt sind - strategisch zu bedenken. Zudem ist die Bezugnahme auf die Anspruchsgruppen, ohne das eigene Interesse zu vernachlässigen, zentral für das auch unternehmensethisch gebotene Ziel des Strebens nach allgemeinem Wohl.

Das Stakeholder-Management zielt nun auf die Pflege des dem Organisationsinteresse dienenden (symmetrischen) Dialogs mit den einzelnen internen und externen Anspruchsgruppen.

Erster Schritt eines jeden Stakeholder-Managements muss es daher sein, die Stakeholder zu identifizieren, zu kategorisieren und schließlich hinsichtlich sowohl ihrer Interessen und Ziele als auch ihrer Kraft zu analysieren, die Organisationsziele zu beeinflussen. Hieraus sind dann geeignete Kommunikationsinstrumente für den Dialog mit den verschiedenen Stakeholdern zu schaffen.

Dies gilt auch für die nationalen und multinationalen Anspruchsgruppen der Bundeswehr wie den Soldaten, ihre Familien, verbündete Militärorganisationen, Ministerien, Behörden, Parlamente, Politiker, Parteien, Interessengruppen, Wirtschaftsunternehmen, Medien und unzählige andere aus allen Teilbereichen einer funktional-differenzierten Gesellschaft.

  • Aber ist es überhaupt möglich, die Beziehung zur unüberschaubaren Gesamtheit aller Stakeholder zupflegen?
  • Welche Stakeholder sind wichtiger als andere und warum?
  • Welche Beziehung besteht zwischen Stakeholder-Management und den strategischen Leitmotiven der Kommunikation?
  • In welchem Maße sind auch militärische Gegner Stakeholder?
  • Mit welchen Methoden lässt sich ein Dialog mit den Stakeholdern aufbauen und aufrechterhalten?
  • Welchen Stellenwert sollen Soziale Medien im Stakeholder-Dialog spielen?

Dies sind nur einige der naheliegendsten Fragen, die sich aus der Beschäftigung mit dem Stakeholder-Management im sicherheitspolitischen Kontext ergeben.

 

 

 

 

Stakeholder.

Präsentation zu den Stakeholdergruppen der Bundeswehr nach dem Muster einer funktional-differenzierten Gesellschaft. (video: 16 MB)

 

© 2017 Prof. Dr. Natascha Zowislo-Grünewald / Last modified Thu Nov 17 15:42:40 2016 GMT