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Den Krieg erklären

Podiumsdiskussion

03.11.2011, Senatssaal der Universität der Bundeswehr München

 

Den Krieg erklären?

Sicherheitspolitik als Problem der Kommunikation

 

  • Teilnehmer

 

  • Paul-Anton Krüger (Süddeutsche Zeitung)
  • Omid Nouripour, MdB
  • Prof. Dr. Stephan Stetter (Universität der Bundeswehr München)

 

Im Zuge der Veröffentlichung des Sammelbandes fand am 03. November 2011 an der Universität der Bundeswehr München eine Podiumsdiskussion teil, die versuchte, mit Vertretern aus Politik, Militär, Journalismus und Wissenschaft den Rahmen des Publikationsprojektes zu erweitern.

Aus diesem Anlass erörterten Paul-Anton Krüger (Redakteur der Süddeutschen Zeitung), Omid Nouripour (Verteidigungspolitischer Sprecher Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Stephan Stetter (Professur für internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München) und Sascha Stoltenow (www.bendler-blog.de) die Möglichkeiten und Grenzen strategischer Kommunikation der Bundeswehr im Spannungsfeld von Zivilgesellschaft, Politik und organisationaler Strukturen unter der Moderation von Prof. Natascha Zowislo-Grünewald (Universität der Bundeswehr München) und Prof. Jürgen Schulz (Universität der Künste Berlin).

Das Spektrum der Podiumsdiskussion wurde dabei sowohl durch die theoretisch-wissenschaftlichen Probleme der 'Kommunikation vom Kriege' als auch durch deren alltäglichen Niederschlag am Beispiel der Bundeswehr im 21. Jahrhundert abgesteckt: Die Kundus-Affäre und die 'Herausforderung Freiwilligenarmee' waren ebenso Thema wie der 'gerechte Krieg' und die Legitimität von strategischer Kommunikation innerhalb des Organisationstypus 'Bundeswehr'.

Ein Konsens wurde besonders im Hinblick auf die 'Authentizität' der Kommunikation gefunden: Es helfe nichts, aufgrund des Leitmotivs vom 'Bürger in Uniform' und der grundgesetzlichen wie historischen Verpflichtung Deutschlands als Friedensmacht bewaffnete Konflikte wie in Afghanistan als reine Hilfseinsätze zu bezeichnen. Gerade durch das Medium Internet sei es unmöglich, eine solche Illusion aufrecht zu erhalten - besonders, da sich Interessierte nicht nur aktiv aus anderen Quellen informieren könnten, sondern auch passiv von sämtlichen Konfliktteilnehmern informiert würden.

Muss die Bundeswehr ihr Kommunikationsmanagement neuen Herausforderungen anpassen?

Statement von
Omnid Nouripour. (video: 9 MB)
   
Statement von
Sascha Stoltenow. (video: 18 MB)
   
Statement von
Prof. Stephan Stetter. (video: 15 MB)
   
Statement von
Prof. Jürgen Schulz. (video: 9 MB)
   
Statement von
Dr. Detlef Buch. (video: 7 MB)

 

 

Aber auch auf mikrokosmischer Ebene sei es nötig, das Bild des 'Bürgers in Uniform' wieder um das des 'Soldaten als Krieger' zu ergänzen. Es müsse gesellschaftlich diskutiert und schließlich auch anerkannt werden, dass Soldaten ausgebildet werden, um im Notfall 'in den Krieg zu ziehen'.

Beide Beispiele illustrieren exemplarisch das Problem der 'Verpackung organisationaler Entscheidungen': Die Diskrepanz zwischen organisationalem Anspruch und der Wirklichkeit ihrer Stakeholder ist zu groß, als dass ein lediglich nachträglich übergestülptes Kommunikationskonzept dafür sorgen könnte, eben diese Diskrepanzen zu beheben.

Nach einer ausführlichen Fragerunde schloss Dr. Detlef Buch die Diskussion mit einer Präsentation der Inhalte des Sammelbandes 'Den Krieg erklären'.

 

 

 

Den Krieg erklären?

Video-Zusammenschnitt der Podiumsdiskussion mit Paul-Anton Krüger, Omid Nouripour, Prof. Jürgen Schulz, Prof. Stephan Stetter, Sascha Stoltenow und Prof. Natascha Zowislo-Grünewald. (video: 127 MB)

 

© 2017 Prof. Dr. Natascha Zowislo-Grünewald / Last modified Thu Nov 17 15:42:40 2016 GMT