Strategic

Communication Management

Kommunikation, Medien, Sicherheitspolitik > Kommunikations- und Medienmanagement

Kommunikations- und Medienmanagement im sicherheitspolitischen Kontext

 

Eine Unternehmung ist eine Organisation. Behörden sind Organisationen. Das Militär ist eine Organisation. Eine Organisation ist zugleich soziale Struktur und Regelwerk von Handlungsmustern und Verhaltensnormen. Sie organisiert zielgerichtet die interdependenten Handlungen der sie konstituierenden Akteure und gibt deren Handlungen Sinn. Alle Organisationen kommunizieren, nach innen und nach außen. Von dieser organisationssoziologisch-institutionenökonomischen Warte aus betrachtet scheint der Unterschied zwischen privatwirtschaftlich-gewinnorientierten, gouvernementalen, formalen, informalen, typischen und atypischen Organisationen vor allem im Detail zu liegen.

Doch liegt die Crux nicht im Detail? Können alle Organisationstypen gleichermaßen behandelt werden? Kommuniziert nicht jeder Organisationstyp auf jeweils andere Art und Weise? Sind die Kommunikationserfordernisse und -ansprüche einer besonderen Organisation wie des Militärs nicht besonders weit von denen privatwirtschaftlicher Unternehmungen, deren Kommunikationsfunktion bislang das stärkste wissenschaftliche Interesse auf sich gezogen hat, entfernt?

Zweifellos ist die Bundeswehr nur eingeschränkt mit Organisationen der Privatwirtschaft zu vergleichen. Gleiches gilt für die Ansprüche, die an ihr aktuelles Kommunikationsmanagement zu richten sind. Dennoch lassen sich Erkenntnisse der Theorie und Praxis der Unternehmenskommunikation, so die Arbeitshypothese im Forschungsprojekt "Wehrkommunikation - Ergebnis- und Potenzialanalysen von Kommunikation im sicherheitspolitischen Kontext", durchaus auf die Bundeswehr anwenden. In diesem Kontext interessiert dabei vor allem, welche zentralen Konzepte der Unternehmenskommunikation auf die Bundeswehr übertragbar sind, welche Übertragungshemmnisse dabei bestehen und in welchem Umfang diese Bereiche adaptiert werden könnten. Besonderes Augenmerk verdienen in diesem Kontext:

Das strukturierende Element dieses Forschungsschwerpunkts bildet der anwendungsorientierte Komplex folgender Leitfragen bzw. Analyseschritte:

Differenzanalyse

Welche Bedarfe der Bundeswehr selbst, des Verteidigungsministeriums, aber auch aller relevanten Anspruchsgruppen bis hin zur breiten Öffentlichkeit werden durch das gegenwärtige Kommunikationsmanagement und die Kommunikationspraxis der Bundeswehr nicht erfüllt? Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung hinsichtlich des Kommunikationserfolgs nach den benannten Gruppen?

Übertragbarkeit von Kommunikationsmanagementkonzepten

Welche Methoden des Kommunikationsmanagements in Unternehmen sind wegen ihrer Relevanz daraufhin zu überprüfen, ob ihre umfängliche Verwendung im Bereich sicherheitspolitischer Institutionen wie der Bundeswehr zielführend ist? Lässt sich dies in Ergänzung zu den in der Differenzanalyse herausgearbeiteten Defizitwahrnehmungen betrachten?

Status-quo / Diskrepanzanalyse

Inwieweit setzt die Bundeswehr bereits die Methoden der Unternehmens- und Organisationskommunikation um? Welches sind die Ursachen für fehlende Umsetzung seitens der Bundeswehr? Inwieweit liegen diese in der Organisation und ihren Strukturen sowie Prozessen begründet? Welche Rolle spielt dabei die Einbettung in einen internationalen Kontext?

Potenzialanalyse

Welche Möglichkeiten gibt es, Diskrepanzen aufzuheben, und wo ist es zielführend, Potenziale zu realisieren, das heißt Methoden und Konzepte der Unternehmenskommunikation auf die Bundeswehr anzuwenden? Wo liegen die Grenzen der Übertragbarkeit? Inwieweit lassen sich aus der Kommunikation der Bundeswehr umgekehrt sogar Ideen für die Unternehmenskommunikation ableiten?

 

 

Die detaillierte Analyse dieser Fragestellungen soll Impulse geben, die Kommunikationspraxis entsprechend der sich verändernden sicherheitspolitischen Aufgaben der Bundeswehr und den besonderen Bedingungen dieser atypischen Organisation sinnvoll weiterzuentwickeln. Hierzu setzt das Forschungsprojekt auf eine diskursiv-offene Methodik und den kontinuierlichen Dialog von Wissenschaft und Praxis.

 

 

 

Wie der Krieg unter die Leute kam.

Präsentation von Burghard Ciesla über Sir William Howard Russell. (video: 7 MB)

Strategische Kommunikation

Video von Oberst Lather zum Thema Strategische Kommunikation und Bundeswehr (video: 13 MB)

 

© 2014 Prof. Dr. Natascha Zowislo-Grünewald / Last modified Fri Jun 28 11:38:21 2013 GMT